Mehr als Marschieren: 41. Hürtgenwaldmarsch verbindet Erinnerung, Begegnung und Verantwortung

Hürtgenwald. Mehr als 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben am 41. Internationalen Hürtgenwaldmarsch teilgenommen. Auf Strecken zwischen 10 und 30 Kilometern waren Reservisten, aktive Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Wanderer rund um Vossenack und Simonskall unterwegs.

Antreten am frühen Morgen: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 41. Internationalen Hürtgenwaldmarsches vor dem Start auf die verschiedenen Strecken rund um Vossenack und Simonskall. Foto: Richard van Lipzig

Dass die Veranstaltung in diesem Jahr überhaupt in dieser Form stattfinden konnte, war zeitweise keineswegs selbstverständlich. Wenige Tage zuvor hatte ein Waldbrand in der Region für eine angespannte Lage gesorgt. Umso wichtiger war der enge Austausch mit Gemeinde, Kreis und weiteren beteiligten Stellen. Bürgermeister Stephan Cranen und Landrat Dr. Ralf Nolten machten dabei deutlich, dass der Hürtgenwaldmarsch für die Region eine besondere Bedeutung besitzt und seine Durchführung ausdrücklich gewünscht ist.

Bereits am Freitag begann das offizielle Programm mit einer Kranzniederlegung auf der Kriegsgräberstätte Hürtgen. Mehr als 50 Soldatinnen und Soldaten nahmen daran teil. Vertreter des Kreises Düren und der Gemeinde Hürtgenwald sowie evangelische und katholische Militärseelsorger gestalteten gemeinsam die Gedenkveranstaltung.

Gedenken auf der Kriegsgräberstätte Hürtgen: Soldatinnen und Soldaten beim Antreten zur Kranzniederlegung im Rahmen des 41. IHM. Foto: Richard van Lipzig

Am Samstag standen neben den Marschstrecken auch historische und gesellschaftspolitische Themen im Mittelpunkt. Drei Ausstellungen und vier Vorträge im Dorfgemeinschaftshaus Vossenack beschäftigten sich mit der Geschichte der Region, den Folgen des Zweiten Weltkriegs und der Frage, welche Verantwortung daraus für die Gegenwart erwächst.

Unterwegs im Hürtgenwald: Teilnehmer des 41. Internationalen Hürtgenwaldmarsches auf den ausgeschilderten Strecken. Zur Auswahl standen unterschiedliche Distanzen rund um Vossenack und Simonskall. Foto: Richard van Lipzig

Gerade im Hürtgenwald gehört diese Auseinandersetzung untrennbar zum Charakter der Veranstaltung. Der Marsch versteht sich nicht nur als sportliche Herausforderung, sondern ebenso als Ort der Begegnung, des Erinnerns und der historisch-politischen Bildung.

Eine Veranstaltung dieser Größenordnung lebt von verlässlicher Zusammenarbeit. Einen wesentlichen Teil der Vorbereitung und Durchführung übernahmen die Kreisgruppen Aachen und Düren des Reservistenverbandes gemeinsam mit der Geschäftsstelle Eschweiler. Zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, Funktioner, Vereine, Behörden und weitere Unterstützer ergänzten dieses organisatorische Fundament.

Auch die Unterstützung durch das Streitkräfteamt trug wesentlich dazu bei, die Veranstaltung in dieser Form durchführen zu können. Das Zusammenspiel von Reservistenverband, Bundeswehr, kommunalen Partnern und ehrenamtlichem Engagement machte es möglich, Marsch, Gedenken, politische Bildung und kameradschaftliche Begegnung miteinander zu verbinden.

Die hohe Teilnehmerzahl zeigt, dass der Hürtgenwaldmarsch auch nach mehr als vier Jahrzehnten nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat. Zugleich bestätigt sie den Weg, das bewährte Format weiterzuentwickeln und die besondere Geschichte des Hürtgenwaldes noch stärker mit der Verantwortung für die Gegenwart zu verbinden.

So bleibt nach dem 41. Internationalen Hürtgenwaldmarsch nicht nur die Erinnerung an viele Kilometer durch die Eifel, sondern auch an eine Veranstaltung, die von Gemeinschaft, Unterstützung und dem gemeinsamen Willen getragen wird, Erinnerung lebendig zu halten.