{"id":654,"date":"2023-06-01T04:24:41","date_gmt":"2023-06-01T04:24:41","guid":{"rendered":"https:\/\/xn--hrtgenwaldmarsch-jzb.com\/?p=654"},"modified":"2024-08-30T07:02:08","modified_gmt":"2024-08-30T07:02:08","slug":"mestrenger-muehle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xn--hrtgenwaldmarsch-jzb.com\/?p=654","title":{"rendered":"Mestrenger M\u00fchle | Mestrenger Mill"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Geschichte: <\/strong>Der Plan f\u00fcr den Bau einer Wasserm\u00fchle im Kalltal zwischen Vossenack und Schmidt wurde Mitte des 17. Jahrhunderts realisiert, denn den Bewohner*innen der D\u00f6rfer Vossenack, Schmidt, Kommerscheidt und Umgebung sollte der lange und im Winter beschwerliche Weg zur Lammersdorfer M\u00fchle (ca. 9 Kilometer Fu\u00dfmarsch das Kalltal aufw\u00e4rts), die zugleich Bannm\u00fchle war, erspart werden. Dort musste zwangsweise bis ins 19. Jahrhundert hinein alles Mehl aus dem Amt Monschau gemahlen werden. Teilweise lie\u00dfen die Menschen ihr Mehl aber unerlaubterweise in der Lukasm\u00fchle mahlen, die nur etwa 1,5 Kilometer \u00f6stlich von Vossenack an der Einm\u00fcndung des Tiefenbachs in die Kall lag. Die Mestrenger M\u00fchle bekam die Funktion einer Beim\u00fchle zur Lammersdorfer M\u00fchle.<br>Errichtet wurde sie 1663 am Kreuzungspunkt der alten Wegeverbindung zwischen Kommerscheidt und Vossenack mit der Kall. Die Konzession f\u00fcr den Betrieb einer \u00d6lm\u00fchle wurde 1705 und f\u00fcr den einer Getreidem\u00fchle 1706 erteilt. Im Jahr 1830 taucht die Mestrenger M\u00fchle in den Schriften als \u00d6l- und Getreidem\u00fchle mit zwei oberschl\u00e4chtigen Wasserr\u00e4dern auf. 100 Jahre sp\u00e4ter wurde im Zuge des aufkeimenden Eifeltourismus zus\u00e4tzlich eine kleine Pension errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die M\u00fchle 1944\/45: <\/strong>W\u00e4hrend der K\u00e4mpfe im H\u00fcrtgenwald geriet die direkt am Kall Trail gelegene M\u00fchle zwischen die Fronten. Mehrfach wechselten die Besatzer, und die M\u00fchle wurde stark besch\u00e4digt. Der damalige Eigent\u00fcmer, Peter Dohr (geb. 29. Nov. 1898), der am 18. Okt. 1944 im Angesicht der nahenden Front mit seiner Familie die M\u00fchle verlassen hatte, kam nach Abschluss der Kampfhandlungen im April 1945 durch die Explosion einer Mine, die zwischen Scheune und dem M\u00fchlenhaus vergraben war, ums Leben. Seine Leiche konnte erst nach 2 Wochen geborgen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Au\u00dfenwand etwas rechts vom Eingang der Mestrenger M\u00fchle erinnert eine Tafel an Peter Dohr. Viele Bewohner*innen der Region waren noch Jahre nach dem Krieg dieser Gefahr der Minen ausgesetzt, die die deutschen Truppen zur Abwehr der US-Streitkr\u00e4fte ausgelegt hatten. Es kam zu zahlreichen zivilen Todesopfern und Verletzten, so auch hier an der Mestrenger M\u00fchle.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu den erw\u00e4hnten weiteren M\u00fchlen an der Kall, der Lammersdorfer und der Lukasm\u00fchle, wurde die Mestrenger M\u00fchle nach 1945 wieder aufgebaut. Ihre urspr\u00fcngliche wirtschaftliche Bedeutung erlangte sie jedoch nicht wieder. Mehl wurde nur noch f\u00fcr den Eigenbedarf gemahlen; der Schwerpunkt lag auf der Gastronomie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beschreibung der M\u00fchle: <\/strong>An der Kall liegt das M\u00fchlengeb\u00e4ude mit seinem Kern aus dem 18. Jahrhundert. Es handelt sich um einen eineinhalbgeschossigen Bruchsteinbau mit Fachwerkdrempel und Satteldach. An seiner Traufseite befindet sich ein oberschl\u00e4chtiges h\u00f6lzernes Wasserrad mit einem Durchmesser von 6,7 Metern. Das h\u00f6lzerne Gerinne sowie der 3,6 Kilometer lange, von der Kall abzweigende Obergraben (teils von einem Damm begleitet), ein \u00dcberlaufgraben und der Untergraben sind noch vorhanden.<br>N\u00f6rdlich des M\u00fchlengeb\u00e4udes schlie\u00dft sich eine Fachwerkscheune mit Bruchsteinsockel und Satteldach an, die Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet wurde. Nordwestlich davon steht das zweigeschossige Wohnhaus aus wei\u00df verputztem Bruchstein mit Fachwerkteil und Satteldach aus dem Jahr 1982. Der Neubau erfolgte nach historischem Vorbild, nachdem ein Brand das alte Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt hatte. \u00dcber dem gro\u00dfen Eingangsbogen im Bruchsteinmauerwerk an der s\u00fcdlichen Traufseite zeigen Maueranker die Jahreszahl \u201e1663\u201c und verweisen auf den Vorg\u00e4ngerbau.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kulturhistorische Bedeutung: <\/strong>Die Mestrenger M\u00fchle geh\u00f6rt in das System der Bannm\u00fchlen. Sie ist aus diesem Grund ein bedeutendes historisches Zeugnis f\u00fcr die Macht- und Gewerbestrukturen bis zur Franzosenzeit. Sie war ein wichtiger Ort f\u00fcr die Wirtschaftst\u00e4tigkeit der regional ans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung, da hier das Mehl als eines der damals zentralen Grundnahrungsmittel gemahlen werden musste. Sie ist zugleich zeugnishaft f\u00fcr die Anf\u00e4nge des Tourismus in der Rureifel und als Erinnerungsort f\u00fcr die Ereignisse im Zuge der Schlacht im H\u00fcrtgenwald. Das Objekt \u201eMestrenger M\u00fchle im Kalltal bei Vossenack\u201c ist ein eingetragenes Denkmal.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Text wurde dem Eintrag in dem Portal des LVR \u201aKultur.Landschaft.Digital\u201c (KuLaDig) entnommen: <\/em><a href=\"https:\/\/www.kuladig.de\/Objektansicht\/KLD-332613\"><em>https:\/\/www.kuladig.de\/Objektansicht\/KLD-332613<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>History: The plan to build a watermill in the Kalltal valley between Vossenack and Schmidt was realised in the middle of the 17th century, as the inhabitants of the villages of Vossenack, Schmidt, Kommerscheidt and the surrounding area were to be spared the long and arduous journey to the Lammersdorf mill (approx. 9 kilometres up the Kalltal valley on foot), which was also a ban mill. Until the 19th century, all flour from the Monschau district had to be ground there. In some cases, however, people had their flour ground without permission in the Lukasm\u00fchle mill, which was only around 1.5 kilometres east of Vossenack at the confluence of the Tiefenbach and Kall rivers. The Mestrenger mill was given the function of an auxiliary mill to the Lammersdorf mill.<br>It was built in 1663 at the intersection of the old road link between Kommerscheidt and Vossenack with the Kall. The licence to operate an oil mill was granted in 1705 and a grain mill in 1706. In 1830, the Mestrenger M\u00fchle appears in the records as an oil and grain mill with two overshot water wheels. 100 years later, a small guesthouse was also built as part of the burgeoning Eifel tourism.<\/p>\n\n\n\n<p>The mill in 1944\/45: During the fighting in the H\u00fcrtgenwald, the mill, which is located directly on the Kall Trail, was caught between the fronts. The occupying forces changed several times and the mill was badly damaged. The owner at the time, Peter Dohr (born 29 Nov. 1898), who had left the mill with his family on 18 Oct. 1944 in the face of the approaching front, was killed after the end of the fighting in April 1945 by the explosion of a mine buried between the barn and the mill house. His body was only recovered two weeks later.<\/p>\n\n\n\n<p>A plaque on the outside wall to the right of the entrance to Mestrenger M\u00fchle commemorates Peter Dohr. For years after the war, many inhabitants of the region were exposed to the danger of mines laid by German troops to ward off the US forces. There were numerous civilian casualties and injuries, including here at Mestrenger M\u00fchle.<\/p>\n\n\n\n<p>In contrast to the other mills on the Kall mentioned above, the Lammersdorfer and Lukasm\u00fchle, the Mestrenger M\u00fchle was rebuilt after 1945. However, it did not regain its original economic importance. Flour was only ground for the mill&#8217;s own use; the focus was on catering.<\/p>\n\n\n\n<p>Description of the mill: The mill building with its 18th century core is located on the Kall. It is a one-and-a-half storey quarry stone building with half-timbered jambs and a gabled roof. On its eaves side is a wooden water wheel with a diameter of 6.7 metres. The wooden channel and the 3.6 kilometre long upper ditch branching off from the Kall (partly accompanied by a dam), an overflow ditch and the lower ditch still exist.<br>To the north of the mill building is a half-timbered barn with a quarrystone base and gabled roof, which was built at the beginning of the 18th century. To the north-west is the two-storey residential building made of white plastered quarrystone with a half-timbered section and gabled roof dating from 1982, which was rebuilt according to the historical model after a fire destroyed the old building. Above the large entrance arch in the quarry stone masonry on the southern eaves side, wall anchors show the year \u20181663\u2019 and refer to the previous building.<\/p>\n\n\n\n<p>Cultural and historical significance: The Mestrenger mill is part of the system of ban mills. For this reason, it is an important historical testimony to the power and trade structures up to the French period. It was an important place for the economic activity of the local population, as flour, one of the main staple foods of the time, had to be ground here. It is also a testimony to the beginnings of tourism in the Rur-Eifel and a memorial to the events of the Battle of the H\u00fcrtgen Forest. The \u2018Mestrenger M\u00fchle im Kalltal bei Vossenack\u2019 is a registered monument.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><br><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichte: Der Plan f\u00fcr den Bau einer Wasserm\u00fchle im Kalltal zwischen Vossenack und Schmidt wurde Mitte des 17. 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