{"id":591,"date":"2023-07-30T09:14:00","date_gmt":"2023-07-30T09:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/xn--hrtgenwaldmarsch-jzb.com\/?p=591"},"modified":"2023-07-30T10:05:38","modified_gmt":"2023-07-30T10:05:38","slug":"online-fuehrung-ueber-die-kriegsgraeberstaette-simmerath-rurberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xn--hrtgenwaldmarsch-jzb.com\/?p=591","title":{"rendered":"Online-F\u00fchrung \u00fcber die Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte Simmerath-Rurberg"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie entstand dieser Ort? Woher kommen die Menschen, die dort bestattet sind? Mit einer App des Volksbund Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge e.V. kann man sich diesen Ort individuell erschlie\u00dfen: App <strong>\u201eActionbound\u201c <\/strong>auf Tablet oder Smartphone herunterladen, QR-Code anklicken, los geht\u2019s. Tablets zum Ausleihen gegen Pfand gibt\u2019s am Info-Stand des Volkbundes. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lage des Friedhofs: direkt an der Landstra\u00dfe L166 zwischen Kesternich und Rurberg.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/xn--hrtgenwaldmarsch-jzb.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Screenshot-2023-07-12-120525-1024x454.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-592\" width=\"1124\" height=\"498\" srcset=\"https:\/\/xn--hrtgenwaldmarsch-jzb.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Screenshot-2023-07-12-120525-1024x454.png 1024w, https:\/\/xn--hrtgenwaldmarsch-jzb.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Screenshot-2023-07-12-120525-300x133.png 300w, https:\/\/xn--hrtgenwaldmarsch-jzb.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Screenshot-2023-07-12-120525-768x340.png 768w, https:\/\/xn--hrtgenwaldmarsch-jzb.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Screenshot-2023-07-12-120525.png 1081w\" sizes=\"auto, (max-width: 1124px) 100vw, 1124px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dieser Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte ruhen 2322 ehem. sowjet. Kriegstote. Der Niederrhein im Norden und die Eifel im S\u00fcden von Nordrhein-Westfalen wurden am Ende des Zweiten Weltkrieges zu den letzten gro\u00dfen Schlachtfeldern in Westeuropa. Streitkr\u00e4fte aus L\u00e4ndern des britischen Empire am Niederrhein und den Vereinigten Staaten von Amerika im so genannten H\u00fcrtgenwald (Kampf um das Hohe Venn) f\u00fchren mit einem gro\u00dfen Aufgebot von Menschen und Material einen erbitterten Kampf gegen Restverb\u00e4nde der deutschen Wehrmacht, die zu diesem Zeitpunkt den Krieg bereits verloren hatte. Rurberg, zwischen Rur- und Urft-Stausee \u00f6stlich vom Hohen Venn gelegen, wurde Kampfgebiet. Der deutschen Seite fehlte es an allem. Entkr\u00e4fteten restlichen deutschen Divisionseinheiten stehen auch f\u00fcr den Winter gut ausger\u00fcstete amerikanische Einheiten entgegen. Mit Flugblattaktionen will die amerikanische F\u00fchrung die Bev\u00f6lkerung wie die deutschen Soldaten zudem zur Aufgabe bringen. Am 4. Februar 1945 wird Rurberg von amerikanischen Streitkr\u00e4ften eingenommen. Soldaten und zivile B\u00fcrger fanden den Tod. Die amerikanischen Gefallenen wurden in die Heimat \u00fcberf\u00fchrt oder auf amerikanischen Soldatenfriedh\u00f6fen jenseits der deutschen Grenze bestattet; die deutschen Toten bekamen ihr Grab auf Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tten in der Eifel. Auf der H\u00f6he 503, inmitten des einstigen Kampfgebietes, wurde von 1959 bis 1961 die Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte Rurberg f\u00fcr 2.322 sowjetische B\u00fcrger &#8211; M\u00e4nner, Frauen und Kinder &#8211; angelegt. Sie starben als Kriegsgefangene oder als Zwangs- bzw. Ostarbeiter in den Lagern oder bei Bombenangriffen. Sie ruhen mit Ausnahme von 55 Gefallenen in Einzelgr\u00e4bern. Steinstelen f\u00fcr jeweils zwei Tote kennzeichnen die Gr\u00e4ber. In kyrillischer Schrift sind die Daten der Toten eingemei\u00dfelt. Aus 38 Orten der damaligen Kreise Monschau, Erkelenz, Geilenkirchen, Aachen, J\u00fclich, D\u00fcren und Schleiden sowie auch aus dem belgischen Grenzbereich wurden die Toten durch den Volksbund Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge nach Rurberg \u00fcberf\u00fchrt. Letzte Zubettungen fanden 1970 statt.Allein 1.552 Tote wurden vom Feldfriedhof \u201eAuf der Heide\u201c in Merzenich ausgebettet, darunter ca. 500 Tote, die im Stammlager (Stalag) Arnoldsweiler umgekommen waren. Die Beisetzung der bis auf wenige Ausnahmen namentlich unbekannten Toten fand auf den zwei gro\u00dfen Gr\u00e4berfeldern unmittelbar hinter dem Friedhofseingang an der linken und rechten Seite statt. Auf zwei Steinplatten ist in kyrillischer Schrift zu lesen, dass hier jeweils 857 Tote ruhen. Unter diesen sind 23 namentlich bekannt. Die Namen stehen auf Gedenkplatten links und rechts. Unter den Toten sind auch Kinder:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Bronislaw Budas, geboren am 04.04.1943 in Rakorce, gestorben am 07.06.1944 in Raeren \/ Belgien, Grab-Nr. 3, ein Jahr alt<\/li>\n\n\n\n<li>Anatolia Gudowskaja, geboren am 08.08.1939 in Idritzka, gestorben am 07.04.1944 in Roetgen, Grab-Nr. 4, vier Jahre alt<\/li>\n\n\n\n<li>Maria Silnitschenko, geboren am 04.09.1943, gestorben am 23.08.1944 in Stolberg bei einem Luftangriff, Grab-Nr. 5, elf Monate alt<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ehrenst\u00e4tte Rurberg wurde am 2. Juli 1961 durch den Innenminister des Landes NRW, Hermann-Josef Dufhues, eingeweiht; er sagte u. a.:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einsegnung der Ehrenst\u00e4tte f\u00fchrten am 16. Juli 1961 der Erzbischof der russisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Alexander aus M\u00fcnchen und Bischof Philoteus aus Hamburg durch. Der Bund Deutscher Architekten (BDA) bedachte 1993 das Eingangsgeb\u00e4ude des Friedhofes mit dem Architekturpreis der Stadt Aachen.&nbsp;Bild: J\u00fcrgen Winkelbach<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/xn--hrtgenwaldmarsch-jzb.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2020.08.27RurbergIMG_64084-Juergen-Winkelbach.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-593\" srcset=\"https:\/\/xn--hrtgenwaldmarsch-jzb.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2020.08.27RurbergIMG_64084-Juergen-Winkelbach.jpeg 800w, https:\/\/xn--hrtgenwaldmarsch-jzb.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2020.08.27RurbergIMG_64084-Juergen-Winkelbach-300x225.jpeg 300w, https:\/\/xn--hrtgenwaldmarsch-jzb.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/2020.08.27RurbergIMG_64084-Juergen-Winkelbach-768x576.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie entstand dieser Ort? 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